Neues Sprüchefutter
Es wird mal wieder Zeit dem Namen des Weblogs zu entsprechen, und ein paar Sprüche vom Stapel zu lassen. Von witzig bis banal, von scharfsinnig bis unsinnig... für alle Lebenslagen dürfte etwas dabei sein...
Politik
Misstrauensanträge der Opposition: Papiertiger, Origamivorlagen und oft einziges parlamentarisches Lebenszeichen der parlamentarischen Minderheit.
"Beteiligung" als politischer Prozess ist stets passiv. Man/frau "wird beteiligt" oder man/frau "darf" sich beteiligen.
In Österreich hat es seit Jahrhunderten keine Revolution gegeben. Das spürt man/frau in den Medien, an jeder Straßenecke und in jedem alltäglichen Gespräch. Der/die Österreicher/in muss daher eine sehr duldsame, vielleicht sogar masochistische Spezies sein.
Das Gegenteil von einer Reform ist eine grundlegende Reform.
Die österreichische politische Welt ist simpel. Alles Gute macht die eigene Regierung, alles Böse kommt vom Balkan, aus der Türkei oder aus der EU.
Politiker/innen behaupten ja gerne, dass sie für die Zukunft des Landes arbeiteten. Nun sollte der/die geneigte Wähler/in wissen, dass "Zukunft" im europäischen Kontext maximal eine Legislaturperiode dauert.
Wenn Vertreter/innen der so genannten politischen Mitte betonen, dass Ideologie im politischen Diskurs nichts zu suchen habe ist Vorsicht geboten, da Ideologie nun einmal ganz allgemein Ideen voraussetzt.
Der politische Kompromiss und die Extrawurst haben viel gemeinsam. Niemand weiß, wieviel am Ende übrig bleibt, geschweige was die Inhalte/Zutaten sind. Und wie sie hergestellt werden, will auch niemand wissen.
George Bernhard Shaw meinte einmal, dass Politik ein Paradies für zungenfertige Schwätzer sei. Ein Blick in das österreichische Parlament belegt, das dies nicht ganz stimmt. Hier ist Politik ein Paradies für kläffende Hunde, autoaggressive Stotterer, scheinheilige Engelszungen, grunzende Ferkel und dauerlächelnde Grinsekatzen.
Mit zwei Zitaten von ehemaligen österreichischen Bundeskanzlern kommt man/frau in jeder politischen Diskussion durch. Niederstrecken können Sie ihre/n Gegner/in mit "Lernen Sie Geschichte (Bruno Kreisky). Und mit "Es ist alles sehr kompliziert". (Fred Sinowatz) machen Sie sich zu einem gewissen Grade unangreifbar.
Wenn ein Wahlkampf als "arm an Inhalten" oder "Wohlfühlwahlkampf" bezeichnet wird ist das wunderbar. Die Entscheidung für die Wähler/innen wird damit sehr leicht. Sie können ihre Stimme jeder Partei schenken, ohne das Gefühl zu haben, die falsche gewählt zu haben.
Gesellschaft
Die ältere Generation leitet aus dem berühmten 4. Gebot ("Du sollst Vater und Mutter ehren...) noch immer einen Machtanspruch gegenüber den nachfolgenden Generationen ab.
Schulden wir unseren Eltern Dank, weil sie uns das "Leben geschenkt haben?". Man/schaut ja angeblich einem geschenkten Gaul nicht ins Maul und wer will schon ein Gaul sein.
Inwieweit wir konditionierbar sind, können wir leicht an unseren Fernsehgewohnheiten überprüfen. Aus lauter Gewohnheit schauen wir uns auch noch den größten Mist an.
Wieso begeistern sich so viele Menschen für einen Silikonbusen und empfinden ein künstliches Gebiss als abstoßend. Beides sind Prothesen. Oder ist Ästhetik doch wichtiger als Funktion(ieren)?
Einige Menschen sind wie Glückskekse. Außen kross, innen hohl und ihre intellektuelles Repertoire besteht aus vier bis fünf positiven Alltagsweisheiten.
Kommunikation
Die Accessoires des Menschen verraten mehr über die eigene Person, als ein ganzes Vorstellungsgespräch.
Wer einmal lügt, dem glaubt man/frau nicht. Wer immer recht haben will, genauso wenig.
Das universelle "Dutzen" führt gesellschaftliche Nivellierungen ein, die so nicht bestehen. Wir kommunizieren Gleichheit und Gleichmacherei und berauben uns selbst der sprachlichen Differenzierung.
Political correctness ist eine wunderbare Sache, wenn man/frau von den Euphemismen absieht.
Kunst und Kultur
Förderungen sind in der Kunstwelt unerlässlich. Nur sind sie keine Selbstbedienungsladen und schon gar keine Selbstverständlichkeit.
Kunst und Kultur zum Nulltarif - eine schöne Idee. Früher sagte man/frau Brot und Spiele für das Volk. Also nichts Neues. Doch in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft schädigt diese Idee nur jene, die von ihrer Kunst leben wollen.
"Die lange Nacht der Musik", "Die lange Nacht der Museen", "Die lange Nacht der Kirchen". Über den Event werden schleichend die Ladenöffnungszeiten auch im Kulturbetrieb verlängert. Im Handel geht das per Verordnung.
Die viel und oft zitierten Grenzen zwischen Kunst und Kommerz verwischen immer mehr. Die hiesigen Museumsshops mutieren immer mehr zu Inneneinrichtungsgeschäften mit schicken, teilweise unnützen Kleinwaren aller Art für Deko und Haushalt und die Möbelhäuser verkaufen Kunst in Form von Meterware.
Frauen und Männer
Im Grunde ist Liebe egoistisch...
Frauen wollen Männer tendenziell verstehen, Männer wollen Frauen tendenziell kontrollieren und beide glauben, dass sie dasselbe wollen. Oder war es umgekehrt?
Viele Männer sind mittlerweile wie Ertrinkene. Sie greifen nach jedem Strohhalm, um in ihrer allgemeinen Orientierungslosigkeit nicht zu ersaufen.
Hin und wieder habe ich das Gefühl nur ein Wort kennen, um alles zu qualifizieren: "süß". Männer sind süß, Kinder sind süß... Die Welt ein einziger Zuckerguss.
Sonstiges
Nicht jeder Aphorismus muss ein kesser Spruch sein und nicht jeder kesser Spruch ist ein Aphorismus.
Tauben, Tourist/innen und Demonstrant/innen haben etwas gemein. Sie treten in Gruppen auf und hinterlassen meist viel Dreck.
Neulich in der U-Bahn. Deutsche unterhalten sich und sprechen von "Rapid" mit fast schon rollendem "r" und Betonung auf der ersten Silbe, mit kurzem "i" und sehr hartem "p". Die Wiener/innen machen das genau umgekehrt. Das "p" wird sehr stimmhaft ausgesprochen und das "i" gedehnt. Noch nie waren Mentalitätsunterschiede in einem Wort so hörbar.
Mein Vater arbeitet fast 40 Jahre für Mutter Staat. Und was bleibt. Die Pension und ein paar - hoffentlich - schöne Erinnerungen.
Politik
Misstrauensanträge der Opposition: Papiertiger, Origamivorlagen und oft einziges parlamentarisches Lebenszeichen der parlamentarischen Minderheit.
"Beteiligung" als politischer Prozess ist stets passiv. Man/frau "wird beteiligt" oder man/frau "darf" sich beteiligen.
In Österreich hat es seit Jahrhunderten keine Revolution gegeben. Das spürt man/frau in den Medien, an jeder Straßenecke und in jedem alltäglichen Gespräch. Der/die Österreicher/in muss daher eine sehr duldsame, vielleicht sogar masochistische Spezies sein.
Das Gegenteil von einer Reform ist eine grundlegende Reform.
Die österreichische politische Welt ist simpel. Alles Gute macht die eigene Regierung, alles Böse kommt vom Balkan, aus der Türkei oder aus der EU.
Politiker/innen behaupten ja gerne, dass sie für die Zukunft des Landes arbeiteten. Nun sollte der/die geneigte Wähler/in wissen, dass "Zukunft" im europäischen Kontext maximal eine Legislaturperiode dauert.
Wenn Vertreter/innen der so genannten politischen Mitte betonen, dass Ideologie im politischen Diskurs nichts zu suchen habe ist Vorsicht geboten, da Ideologie nun einmal ganz allgemein Ideen voraussetzt.
Der politische Kompromiss und die Extrawurst haben viel gemeinsam. Niemand weiß, wieviel am Ende übrig bleibt, geschweige was die Inhalte/Zutaten sind. Und wie sie hergestellt werden, will auch niemand wissen.
George Bernhard Shaw meinte einmal, dass Politik ein Paradies für zungenfertige Schwätzer sei. Ein Blick in das österreichische Parlament belegt, das dies nicht ganz stimmt. Hier ist Politik ein Paradies für kläffende Hunde, autoaggressive Stotterer, scheinheilige Engelszungen, grunzende Ferkel und dauerlächelnde Grinsekatzen.
Mit zwei Zitaten von ehemaligen österreichischen Bundeskanzlern kommt man/frau in jeder politischen Diskussion durch. Niederstrecken können Sie ihre/n Gegner/in mit "Lernen Sie Geschichte (Bruno Kreisky). Und mit "Es ist alles sehr kompliziert". (Fred Sinowatz) machen Sie sich zu einem gewissen Grade unangreifbar.
Wenn ein Wahlkampf als "arm an Inhalten" oder "Wohlfühlwahlkampf" bezeichnet wird ist das wunderbar. Die Entscheidung für die Wähler/innen wird damit sehr leicht. Sie können ihre Stimme jeder Partei schenken, ohne das Gefühl zu haben, die falsche gewählt zu haben.
Gesellschaft
Die ältere Generation leitet aus dem berühmten 4. Gebot ("Du sollst Vater und Mutter ehren...) noch immer einen Machtanspruch gegenüber den nachfolgenden Generationen ab.
Schulden wir unseren Eltern Dank, weil sie uns das "Leben geschenkt haben?". Man/schaut ja angeblich einem geschenkten Gaul nicht ins Maul und wer will schon ein Gaul sein.
Inwieweit wir konditionierbar sind, können wir leicht an unseren Fernsehgewohnheiten überprüfen. Aus lauter Gewohnheit schauen wir uns auch noch den größten Mist an.
Wieso begeistern sich so viele Menschen für einen Silikonbusen und empfinden ein künstliches Gebiss als abstoßend. Beides sind Prothesen. Oder ist Ästhetik doch wichtiger als Funktion(ieren)?
Einige Menschen sind wie Glückskekse. Außen kross, innen hohl und ihre intellektuelles Repertoire besteht aus vier bis fünf positiven Alltagsweisheiten.
Kommunikation
Die Accessoires des Menschen verraten mehr über die eigene Person, als ein ganzes Vorstellungsgespräch.
Wer einmal lügt, dem glaubt man/frau nicht. Wer immer recht haben will, genauso wenig.
Das universelle "Dutzen" führt gesellschaftliche Nivellierungen ein, die so nicht bestehen. Wir kommunizieren Gleichheit und Gleichmacherei und berauben uns selbst der sprachlichen Differenzierung.
Political correctness ist eine wunderbare Sache, wenn man/frau von den Euphemismen absieht.
Kunst und Kultur
Förderungen sind in der Kunstwelt unerlässlich. Nur sind sie keine Selbstbedienungsladen und schon gar keine Selbstverständlichkeit.
Kunst und Kultur zum Nulltarif - eine schöne Idee. Früher sagte man/frau Brot und Spiele für das Volk. Also nichts Neues. Doch in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft schädigt diese Idee nur jene, die von ihrer Kunst leben wollen.
"Die lange Nacht der Musik", "Die lange Nacht der Museen", "Die lange Nacht der Kirchen". Über den Event werden schleichend die Ladenöffnungszeiten auch im Kulturbetrieb verlängert. Im Handel geht das per Verordnung.
Die viel und oft zitierten Grenzen zwischen Kunst und Kommerz verwischen immer mehr. Die hiesigen Museumsshops mutieren immer mehr zu Inneneinrichtungsgeschäften mit schicken, teilweise unnützen Kleinwaren aller Art für Deko und Haushalt und die Möbelhäuser verkaufen Kunst in Form von Meterware.
Frauen und Männer
Im Grunde ist Liebe egoistisch...
Frauen wollen Männer tendenziell verstehen, Männer wollen Frauen tendenziell kontrollieren und beide glauben, dass sie dasselbe wollen. Oder war es umgekehrt?
Viele Männer sind mittlerweile wie Ertrinkene. Sie greifen nach jedem Strohhalm, um in ihrer allgemeinen Orientierungslosigkeit nicht zu ersaufen.
Hin und wieder habe ich das Gefühl nur ein Wort kennen, um alles zu qualifizieren: "süß". Männer sind süß, Kinder sind süß... Die Welt ein einziger Zuckerguss.
Sonstiges
Nicht jeder Aphorismus muss ein kesser Spruch sein und nicht jeder kesser Spruch ist ein Aphorismus.
Tauben, Tourist/innen und Demonstrant/innen haben etwas gemein. Sie treten in Gruppen auf und hinterlassen meist viel Dreck.
Neulich in der U-Bahn. Deutsche unterhalten sich und sprechen von "Rapid" mit fast schon rollendem "r" und Betonung auf der ersten Silbe, mit kurzem "i" und sehr hartem "p". Die Wiener/innen machen das genau umgekehrt. Das "p" wird sehr stimmhaft ausgesprochen und das "i" gedehnt. Noch nie waren Mentalitätsunterschiede in einem Wort so hörbar.
Mein Vater arbeitet fast 40 Jahre für Mutter Staat. Und was bleibt. Die Pension und ein paar - hoffentlich - schöne Erinnerungen.
spruecheklopfer - 13. Mrz, 05:57
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