Sprüche

Sprüche: Dem Volk aufs Maul geschaut

So genannte Volksweisheiten und Sinnsprüche spiegeln das Erfahrungswissen von Jahrhundert. Auch die so genannten Bauernregeln gehören dazu. Hier kommt alles hinein, was ich diesbezüglich aufschnappe

- "Iss was gar ist, trink was klar ist und red' was wahr ist."

- "Steigt der Hahn auf den Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist."

- "Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben die größeren Köpfe."

-"Sitzen is' für'n Arsch"

-"Nicht alles was glänzt ist gold und nicht alles was braun ist, ist Schokolade."

-"So lange das Achterl noch ein Achterl ist, sind wir zufrieden."

Neues Sprüchefutter

Es wird mal wieder Zeit dem Namen des Weblogs zu entsprechen, und ein paar Sprüche vom Stapel zu lassen. Von witzig bis banal, von scharfsinnig bis unsinnig... für alle Lebenslagen dürfte etwas dabei sein...


Politik


Misstrauensanträge der Opposition: Papiertiger, Origamivorlagen und oft einziges parlamentarisches Lebenszeichen der parlamentarischen Minderheit.

"Beteiligung" als politischer Prozess ist stets passiv. Man/frau "wird beteiligt" oder man/frau "darf" sich beteiligen.

In Österreich hat es seit Jahrhunderten keine Revolution gegeben. Das spürt man/frau in den Medien, an jeder Straßenecke und in jedem alltäglichen Gespräch. Der/die Österreicher/in muss daher eine sehr duldsame, vielleicht sogar masochistische Spezies sein.

Das Gegenteil von einer Reform ist eine grundlegende Reform.

Die österreichische politische Welt ist simpel. Alles Gute macht die eigene Regierung, alles Böse kommt vom Balkan, aus der Türkei oder aus der EU.

Politiker/innen behaupten ja gerne, dass sie für die Zukunft des Landes arbeiteten. Nun sollte der/die geneigte Wähler/in wissen, dass "Zukunft" im europäischen Kontext maximal eine Legislaturperiode dauert.

Wenn Vertreter/innen der so genannten politischen Mitte betonen, dass Ideologie im politischen Diskurs nichts zu suchen habe ist Vorsicht geboten, da Ideologie nun einmal ganz allgemein Ideen voraussetzt.

Der politische Kompromiss und die Extrawurst haben viel gemeinsam. Niemand weiß, wieviel am Ende übrig bleibt, geschweige was die Inhalte/Zutaten sind. Und wie sie hergestellt werden, will auch niemand wissen.

George Bernhard Shaw meinte einmal, dass Politik ein Paradies für zungenfertige Schwätzer sei. Ein Blick in das österreichische Parlament belegt, das dies nicht ganz stimmt. Hier ist Politik ein Paradies für kläffende Hunde, autoaggressive Stotterer, scheinheilige Engelszungen, grunzende Ferkel und dauerlächelnde Grinsekatzen.

Mit zwei Zitaten von ehemaligen österreichischen Bundeskanzlern kommt man/frau in jeder politischen Diskussion durch. Niederstrecken können Sie ihre/n Gegner/in mit "Lernen Sie Geschichte (Bruno Kreisky). Und mit "Es ist alles sehr kompliziert". (Fred Sinowatz) machen Sie sich zu einem gewissen Grade unangreifbar.

Wenn ein Wahlkampf als "arm an Inhalten" oder "Wohlfühlwahlkampf" bezeichnet wird ist das wunderbar. Die Entscheidung für die Wähler/innen wird damit sehr leicht. Sie können ihre Stimme jeder Partei schenken, ohne das Gefühl zu haben, die falsche gewählt zu haben.

Gesellschaft

Die ältere Generation leitet aus dem berühmten 4. Gebot ("Du sollst Vater und Mutter ehren...) noch immer einen Machtanspruch gegenüber den nachfolgenden Generationen ab.

Schulden wir unseren Eltern Dank, weil sie uns das "Leben geschenkt haben?". Man/schaut ja angeblich einem geschenkten Gaul nicht ins Maul und wer will schon ein Gaul sein.

Inwieweit wir konditionierbar sind, können wir leicht an unseren Fernsehgewohnheiten überprüfen. Aus lauter Gewohnheit schauen wir uns auch noch den größten Mist an.

Wieso begeistern sich so viele Menschen für einen Silikonbusen und empfinden ein künstliches Gebiss als abstoßend. Beides sind Prothesen. Oder ist Ästhetik doch wichtiger als Funktion(ieren)?

Einige Menschen sind wie Glückskekse. Außen kross, innen hohl und ihre intellektuelles Repertoire besteht aus vier bis fünf positiven Alltagsweisheiten.

Kommunikation

Die Accessoires des Menschen verraten mehr über die eigene Person, als ein ganzes Vorstellungsgespräch.

Wer einmal lügt, dem glaubt man/frau nicht. Wer immer recht haben will, genauso wenig.

Das universelle "Dutzen" führt gesellschaftliche Nivellierungen ein, die so nicht bestehen. Wir kommunizieren Gleichheit und Gleichmacherei und berauben uns selbst der sprachlichen Differenzierung.

Political correctness ist eine wunderbare Sache, wenn man/frau von den Euphemismen absieht.

Kunst und Kultur

Förderungen sind in der Kunstwelt unerlässlich. Nur sind sie keine Selbstbedienungsladen und schon gar keine Selbstverständlichkeit.

Kunst und Kultur zum Nulltarif - eine schöne Idee. Früher sagte man/frau Brot und Spiele für das Volk. Also nichts Neues. Doch in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft schädigt diese Idee nur jene, die von ihrer Kunst leben wollen.

"Die lange Nacht der Musik", "Die lange Nacht der Museen", "Die lange Nacht der Kirchen". Über den Event werden schleichend die Ladenöffnungszeiten auch im Kulturbetrieb verlängert. Im Handel geht das per Verordnung.

Die viel und oft zitierten Grenzen zwischen Kunst und Kommerz verwischen immer mehr. Die hiesigen Museumsshops mutieren immer mehr zu Inneneinrichtungsgeschäften mit schicken, teilweise unnützen Kleinwaren aller Art für Deko und Haushalt und die Möbelhäuser verkaufen Kunst in Form von Meterware.

Frauen und Männer

Im Grunde ist Liebe egoistisch...

Frauen wollen Männer tendenziell verstehen, Männer wollen Frauen tendenziell kontrollieren und beide glauben, dass sie dasselbe wollen. Oder war es umgekehrt?

Viele Männer sind mittlerweile wie Ertrinkene. Sie greifen nach jedem Strohhalm, um in ihrer allgemeinen Orientierungslosigkeit nicht zu ersaufen.

Hin und wieder habe ich das Gefühl nur ein Wort kennen, um alles zu qualifizieren: "süß". Männer sind süß, Kinder sind süß... Die Welt ein einziger Zuckerguss.

Sonstiges

Nicht jeder Aphorismus muss ein kesser Spruch sein und nicht jeder kesser Spruch ist ein Aphorismus.

Tauben, Tourist/innen und Demonstrant/innen haben etwas gemein. Sie treten in Gruppen auf und hinterlassen meist viel Dreck.

Neulich in der U-Bahn. Deutsche unterhalten sich und sprechen von "Rapid" mit fast schon rollendem "r" und Betonung auf der ersten Silbe, mit kurzem "i" und sehr hartem "p". Die Wiener/innen machen das genau umgekehrt. Das "p" wird sehr stimmhaft ausgesprochen und das "i" gedehnt. Noch nie waren Mentalitätsunterschiede in einem Wort so hörbar.

Mein Vater arbeitet fast 40 Jahre für Mutter Staat. Und was bleibt. Die Pension und ein paar - hoffentlich - schöne Erinnerungen.

29 neue Sprüche

(1) Viele verwechseln erotisch mit neurotisch. Vor allem einige Schriftsteller/innen.

(2) Lieber Tätäräta als Hätti-Wari-Täti (zugeben ein sehr wienerischer Spruch)

(3) Star Treck ist Realität. Man schaue nur wie sich die Jugendlichen mit ihren Handys orientieren.

(4) Generation X, Generation Golf, Generation Umhängetasche, die goldene Generation, Generationen schrumpfen zu jugendkulturellen Grüppchen zusammen.

(5) Der/die Klügere gibt nach. So heißt es. Viele meinen, dass der/die Klügere nachgibt, bis er oder sie der/die Dümmere ist. In manchen Diskussionen geht’s nicht um Nachgeben oder Klugheit, sondern um schlicht und ergreifend den längeren Atem und Beharrlichkeit

(6) Dummheit ist keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen.

(7) Frust ist ein gefährlicher Cocktail aus einigen wenigen Centilitern Selbstbewusstsein, aufgefüllt mit Litern an falscher Erwartungshaltung.

(8) Das einzige was mich an Modetrends stört ist das jeweilige Überangebot.

(9) Nicht jede Modeerscheinung mitmachen zu müssen, ohne sich ausgeschlossen zu fühlen, ist ein Privileg des Alterns.

(10) ELLE: französisch für "sie": Bisweilen auch ein Anagramm: Emanzipiert, links, lesbisch, entschlossen.

(11) Hat sich im Bereich Gender Mainstreaming bereits so viel getan, dass Ratgeber für "Echte Kerle" auf den Markt geworfen werden müssen?

(12) Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Silikon als Wort vollständig in Stilikone aufgeht.

(13) Weniger Staat mehr Privat – wieso werden dann Strafgebühren für Hundekot und Gebühren für das Schwammerlsuchen eingeführt?

(14) Es ist immer wieder zu beobachten, wie schwer wir uns allgemein mit Selbstorganisation tun? Man schaue sich nur das Verhalten in Warteschlangen an?

(15) Ist Selbstverständlichkeit nicht eine Ausrede für versäumtes Nachdenken?

(16) "Es ist alles sehr kompliziert". Mit diesen Worten wurde der am 11. August 2008 verstorbene Fred Sinowatz berühmt. Ich glaube, die meisten haben bis heute nicht die Tragweite dieser Worte verstanden.

(17) Will man die Architektur des kaiserlichen Wiens begutachten, lohnt sich ein Sprung nach Budapest.

(18) Deutsche Frauen erkennt man sehr oft an ihrer "praktischen" Veranlagung. Der "praktische" Kurzhaarschnitt Marke Cut & Go, der "praktischen" Brille, der "praktischen" Kleidung in Braun und Beige... ohne Schmuck, ohne Rafinesse, ohne Überraschung...

(19) Zum Erwachsenwerden gehört auch seine Kindlichkeit weder zu Verleugnen, noch über zu strapazieren.

(20) "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" sang Reinhard May. Er ist wohl nie in einem vollgestopften Airbus 320 gesessen. Permanente Turbulenzen all inclusive.

(21) In Wien sind Parkgestaltung, Parkbetreuung, Parkraumbewirtschaftung, Parkgaragen untrennbar miteinander verbunden.

(22) Wenn Produkte mit dem Topos "Alltag" werben, bedeutet dies nicht immer, dass sie etwas Besonderes sein wollen.

(23) Dialog auf der Straße:
- "Geht's dorthin zur Wiedener Hauptstraße?"
- "Nein, dort ist die Margareten Straße".
- "Und die Wiedner Hauptstraße?"
- "Die finden Sie in der anderen Richtung".
- "Ok, passt!"
Ein Ausdruck der Verwunderung macht sich auf meinem Gesicht breit. War das nun der Wunsch nach einer Auskunft oder ein kleiner Wissenstest in Wiener Straßengeographie?

(24) "Weil der Mensch zählt"...titelte die Wiener SPÖ. Alf Poier fand die passende Antwort auf diesen Slogan und fuhr zum Song Contest. In Anbetracht der hiesigen Hunde(kot)debatten scheint der Mensch nicht allzu viel wert zu sein.

(25) Das Zählen von Geld unterscheide den Menschen vom Tier. Das meint zumindest Gertrude Stein. Nicht auszudenken was mit unserem Solidarsystem passiert, wenn dieser Gedanke allgemein anerkannt wird.

(26) Die EURO 2008 in Österreich hat eine neue Welle des Patriotismus entfacht. Zum Leidwesen aller bisherigen Patriot/innen.

(27) Bei Oscar Wilde wird folgende Dichotomie aufgebaut: unmoralisch, attraktiv und lustig auf der einen Seite und moralisch, langweilig und bigott auf der anderen Seite. Eine dritte Möglichkeit scheint nicht gegeben. Wenn die Welt doch nur so einfach wäre.

(28) Männer werden nicht besser, sie werden nur älter – so das Verdikt von Oskar Wilde. Vielleicht stehen deshalb Anti-Aging-Produkte auch in der Gunst so manchen Mannes...

(29) Es ist unwahrscheinlich aufschlussreich Männern bei einem Pissoirbesuch zuzuhören. Der Gesang der Wale oder die Brunftschreie von röhrenden Hirschen sind da nichts dagegen.

Sprüche - Sonstiges

In diese Rubrik kommt alles hinein, was sonst keinen Platz findet - eh klar!

Nagel in der WandValentinstag: Vergessen Sie nicht Ihre/n Blumenhändler/in mit Ihrem Geld zu beschenken.

Nagel in der WandScheitern ist nur dann komisch, wenn es mit Schadenfreude verbunden ist.

Nagel in der WandWnen Sie dsieen Staz enifcah und shcenll lseen knnöen, eisixtreen Fheler bis zu eneim gweisesn Gard nciht.

Nagel in der WandAn den meisten MMORPG und anderen Computer- oder Videospielen erkennen wir, dass wir das Stadium Jäger/innen und Sammler/innen nie wirklich abgelegt haben.

Nagel in der WandDie Nichtraucher/innen werden sich nie komplett durchsetzen, da Rauchen auch etwas mit Haltung zu tun hat. Dies sieht man ganz deutlich bei pubertierenden Jugendlichen, wenn sie in Minigrüppchen zusammenstehen, die Zigarette angestrengt lässig in der Höhe des Oberschenkels halten und vor lauter Schnippen mit dem Filter, vergessen daran zu ziehen.

Nagel in der WandUm Marika Röck zu zitieren: "Einerseits, andererseits und außerdem."

Nagel in der WandLieber Birkenbihl, statt Birkenstock oder Birkenfurnier.

Nagel in der WandWas hilft mir der beste und schönste Nachruf, wenn ich zeit meines Lebens eine üble Nachrede hatte.

Nagel in der WandComputerspiele und virtuelle Realität. Einschalten um abzuschalten. Wunderbar.

Nagel in der WandIn einer orientierungslosen Zeit waren die 10 Gebote eine wertvolle Hilfe. Das ist heute noch immer so. Nur sind die Gesetze andere geworden: Du sollst nicht rauchen, du sollst nicht zu viel essen, du sollst schön und erfolgreich sein...

Nagel in der WandIn den letzten Tagen fiel mir auf, dass beim Verlassen der Schnellbahnstation, es auf dem letzten Fußstück zu meiner Arbeitsstelle zu regnen begann. Eine Interpretation dieses Ereignisses ist in unser schicksalgeschwängerten Zeit durchaus zulässig. Einige würden, ob der Regelmäßigkeit des Ereignisses während er letzten Woche, davon sprechen, dass es gerade zu notwendig sei, diesen Wink des Schicksals zu interpretieren. Positive Auslegung: Ah, es beginnt zu regnen, pünktlich zu Arbeitsbeginn, das macht die Arbeit leichter. Negative Auslegung: Scheiß' Job und das Wetter ist das I-Tüpfelchen. Meine persönliche Auslegung: Ich wurde leicht nass...

Nagel in der WandSelbstironie im Alter: Eine alte Frau mit Stock, Tasche und Buckel stellt sich an die Tür der Straßenbahn, macht sich zum Aussteigen bereit und sagt zu ihrem Begleiter: So jetzt spielen wir Hindernis.

Nagel in der WandGrippevirus, Vogelgrippe, Tamiflu, Gebärmutterhalskrebsvirus: Jedes Jahr nach den guten Vorsätzen die passende Pandemie. Ohne Massenhysterie geht's dann doch nicht.

Nagel in der WandMehr Auswahl an TV-Kanälen ist offensichtlich gleich zu setzen mit weniger Auswahl an Inhalten.

Nagel in der WandEs ist schon erstaunlich wie wir die Tierwelt sprachlich herabwürdigen: "scheu wie ein Reh", "eitel wie ein Pfau", "ängstlich wie ein Hase."

Nagel in der WandAnsprüche sind in der Regel keine blöden Sprüche.

Nagel in der WandIch bin verhältnismäßig klein, verhältnismäßig dick und habe eine Glatze - beste Voraussetzungen für ein Keuchheitsgelübte.

Nagel in der WandDas Anagramm "Wien", "Wein", Wine" kann kein Zufall sein.

Nagel in der WandKaum geboren, müssen wir gefüttert werden und genauso ist es, wenn unsere Zeit auf Erden abgelaufen ist. So what?

Nagel in der WandMit zunehmendem Alter gestaltet sich mein Schlaf wie das Fernsehabendprogramm auf den Privatsendern. Eine halbe Stunde "traumhafter" Film und dann eine Pinkelpause.

Sprüche - Sport

Die Welt des Sports. Für die einen eine Welt, die mit Skibrettern und Tornetzen zugestopft ist, für die anderen aktive oder passive Seinsbestätigung...

Nagel in der WandIst es zu viel verlangt Fußballern beizubringen, dass im Fußball jene Länder die mit L beginnen auch zur Kenntnis zu nehmen sind. Die Letten sind nicht in Litauen und Luxemburg ist nicht Lichtenstein.

Nagel in der WandDie Tour de France ist ein einzig antikes Drama. Aufstieg und Absturz der Helden liegen in keinem anderen Bereich des Lebens so nahe beieinander. Und das Doping ist nur einer der Gründe.

Nagel in der WandWenn Herbert Prohaska - Held von Cordoba, immerwährender Vorzeigefußballer Österreichs - der Meinung ist, Österreich sei eine Kulturnation und es müsse noch mehr in den Sport und insbesondere in den Fußball investiert werden, zeigt dies nur, dass Herbert Prohaska eben doch "nur" Fußballer ist und war.

Nagel in der WandÖsterreichische Sportreporter (zumeist tatsächlich eine rein männliche Spezies) haben die Angewohnheit bei Fußballliveübertragungen von Spielen der österreichischen Herren-Nationalmannschaft eher zu bewerten, denn zu kommentieren. Kommentieren tun sie am ehesten dann, wenn sie minutenlang schweigen. Das kommt - Fußballgott sei Dank - häufiger vor.

Nagel in der WandNach dem 4:1 zwischen Rapid Wien und Wacker Innsbruck im Frühjahr 2008 sagte ein mir unbekannter Fan im Stadion. "Vor lauter Glick friss' I jetzt woas..." Und da sagt man, dass Fußball nicht etwas Elementares abdecke.

Nagel in der WandDas Fußballstadion ist der einzige Platz an dem Schimpfen, Raunzen, Fluchen und Schreien zum guten Ton gehört.

Nagel in der WandAnhand des Sports in Österreich kann man/frau deutlich ablesen, wie wichtig Marketing und Aufmerksamkeitserzeugung sind. Da gewinnt die österreichische Handballnationalmannschaft der Herren gegen den amtierenden Weltmeister, der noch dazu aus Deutschland kommt, und das ist den meisten Medien, die ja maßgeblich Aufmerksamkeit erzeugen soll(t)en eine Kurzmeldung wert. Jedes mediokre Fußballspiel der Nationalmannschaft und jedes Formel 1 rennen ist wichtiger.

Nagel in der WandDer österreichische Fußball leidet genau an einer großen "Krank(l)heit"... Falsche Erwartungshaltungen.

Nagel in der WandDie Qualität eines Spiels der österreichischen Fußballnationalmannschaft lässt sich leicht bei Fernehübertragungen messen.

Sprüche - Politisches

Gesellschaftliches und Politisches gehört dann doch wieder getrennt. Obwohl...

Nagel in der Wand Die österreichische Innenpolitik muss derart spannungslos und so wenig prickelnd sein, dass Nationalratsabgeordnete Selbstversuche mit Elektroschockern machen.

Nagel in der WandWenn das Volk der Souverän ist, dann ist jeder Wahlkampf nichts anderes als höfisches Gezänk.

Nagel in der WandBeteiligungskultur ist in der repräsentativen Demokratie stets ein Störfaktor. Diese Störung sollte jedoch auf das Höchste willkommen sein.

Nagel in der WandPolitische Beteiligungskultur darf nichts kosten. Diejenigen, die politisch aktiv werden und sich an Projekten beteiligen, tun dies nie aus beruflichen Gründen oder aus Gründen der Umwegrentabilität. Und sie werden natürlich nie eine Gegenleistung fordern. So zumindest gestaltet sich der Wunsch jener, die von der Politik leben.

Nagel in der WandHört man die Dankesreden der Kandidat/innen im u.s.-amerikanischen Vorwahlkampf fühlt man/frau sich unangenehm an einen Boxring erinnert.

Nagel in der WandEine antieuropäische Fraktion mit rechtsradikalem Einschlag im europäischen Parlament ist an und für sich eines der widersprüchlicheren Ereignisse der europäischen Demokratie und des europäischen Integrationsprozesses und offenbahrt letztendlich die Schwächen des Systems.

Nagel in der WandDie repräsentative Demokratie transformiert sich immer mehr in eine Präsentationsdemokratie.

Nagel in der WandWenn es als "großer Wurf" verkauft wird, dass ein Gesetz oder ein politisches Projekt zuerst evaluiert und befragt werden muss oder zunächst begutachtet werden muss und eventuell nach Beschluss durch den Verfassungsgerichtshof wieder gekippt werden muss, dann spricht man in Demokratien gerne von Reformfähigkeit. Weniger Berufene würden in diesem Kontext auf Schilda verweisen.

Nagel in der WandWill man/frau sich über die österreichische Innenpolitik und das Wirtschaftsleben informieren, so reicht es in vielen Fällen die Seitenblicke und die Yellow-Press zu konsultieren und auf Dementis oder Bestätigungen zu warten.

Nagel in der WandJede im Fernsehen übertragene Parlamentsdebatte aus dem österreichischen Nationalrat ist Realsatire.

Nagel in der WandMedizinischer Befund: Vitamin B hat die Membrane zwischen der Exekutive, Legislative und Justiz sehr porös werden lassen.

Sprüche - Gesellschaft

Gesellschaftskritik auf das Format eines Transparentes gebracht. Wir kennen Sie noch alle - die Sprüche der 68er Generation. "Wer zweimal mit der gleichen pennt, gehört schon zum Establishment" etc... Oder "Hoch, hoch, die internationale Solidarität." Solche Sprüche zu skandieren ist zwar nett, aber was tun, wenn die Solidarität nicht einmal bis hin zu meinem Nachbarn reicht...


Nagel in der WandDie einzige Beziehung, die wir wirklich aufgeben müssen, um Freiheit zu erlangen, ist jene zum schnöden Mammon. Menschen, die keine Rücksicht mehr auf den Geldbeutel nehmen zu brauchen, weil sie so viel davon haben, dass sie es nie ausgeben können oder so wenig, dass sie nie mehr aus den Schulden raus können, haben die Möglichkeit sich von fast allen gesellschaftlichen Zwängen zu befreien.

Nagel in der WandDie zwischenmenschliche Kommunikation in Mietskasernen und Gemeindebauten findet fast nicht statt. Ein Grüßen hie und da. Ein Satz wie "Würden Sie in der früh ihren Wecker leiser stellen. Denn der Lärm stört mich" innerhalb von drei Jahren durfte schon als ein wahres Gespräch mit meinem Nachbarn gewertet werden.

Nagel in der WandJugendliche haben es in den 2000er Jahren nicht leicht. Es ist fast unmöglich sich von Erwachsenen abzugrenzen. Zumindest vom Kleidungsstil her. Kein Wunder, dass das tragen von neonfarbenen Kappen und Herumhüfpfen wie eine Dohle schon als neuer "Style" gewertet wird. Die Rede ist von den so genannten "Krocharn".

Nagel in der WandWenn Sätze mit "in Zeiten wie diesen..." oder "wir leben in einer Gesellschaft, in der..." beginnen, bricht das Pathos des Kulturpessimismus herein und die vordergründig weltmännische Geste versteckt lediglich das Abmurksen des Diskurses.

Nagel in der WandViele Menschen konsumieren, um sich selbst zu definieren. Und wenn sie dies nicht tun, definieren sie ihre so genannten Bedürfnisse, um erst recht zu konsumieren.

Nagel in der WandSelbstverwirklichung ist ein Konzept der 68er-Generation, das deutlich schief ging. Es mündete im Konsumismus, der Essenz des Kapitalismus.

Nagel in der WandEs gibt Menschen die ecken solange an bis sie abgeschliffen sind. Andere wiederum meinen, bereits abgerundet zu sein, wenn sie nicht anecken.

Nagel in der WandOb der längste Tag oder die kürzeste Nacht, es ändert sich nur wenig an der allgemeinen Ohnmacht.

Nagel in der WandEitel ist nicht von ungefähr ein Anagramm für Elite. Und vice versa.

Nagel in der WandMode ist demokratischer geworden. In vielen Fällen lässiger. Und in sehr vielen Fällen nachlässiger.

Nagel in der WandDer Glaube an den schönen Mammon kann selbst von eingefleischten Atheist/innen nicht negiert werden.

Sprüche - Bekannt und leicht abgewandelt

Nagel in der WandIn Linz beginnt's. Ich frage mich immer nur was da beginnen soll?

Nagel in der WandAm Abend wird der Faule fleißig...und viele Fleißige faul. Alles eine Frage der Zeiteinteilung.

Nagel in der WandEine Hand wäscht die andere, zwei das ganze Gesicht.

Nagel in der WandNicht jede/r, der/die aus dem Rahmen fällt, war vorher im Bilde.

Nagel in der WandHinter jeder ernstzunehmenden Bauernregel steckt die Erfahrung vieler Bauern und Bäuerinnen. Aber wer braucht heute noch Bauernregeln.

Nagel in der WandWer anderen eine Grube gräbt, prüfe vorher die Festigkeit des Erdreichs.

Nagel in der Wand"No risk, no fun" sagte sich die Fliege bevor sie sich ins Spinnennetz stürzte.

Sprüche - Alltag

Das Thema Alltag beschäftigt uns alle. Nichts ist omnipräsenter und doch schwieriger zu fassen. In sehr vielen Fällen wird der "Alltag" als Ballast empfunden, als etwas Negatives vor dem man/frau flüchten soll/muss/kann...


Nagel in der WandHoroskope - Krücken zur Alltagsbewältigung für Orientierungslose.

Nagel in der WandUnser Alltag definiert sich sehr oft durch die Gegenstände, die wir benutzen.

Nagel in der WandAlltag ist Qualtag.

Nagel in der WandEs ist den Menschen nicht zu verdenken, wenn sie ihren Alltag mit Konsumartikeln aufpeppen. Jedes neue Geschenk an sich selbt ist - solange es neu ist - eine Abwechslung...

Nagel in der WandDie Flucht vor dem Alltag kann selbst zum Alltag werden.

Sprüche - Kunst und Kultur

Auch der Bereich der Kunst und Kultur ist natürlich vor Betrachtungen nicht gefeit...

Nagel in der WandWenn Autor/innen ohne großes Oeuvre von sich behaupten, "nur mehr Lyrik" zu schreiben, dass liegt der Gedanke nahe, das sie sich vor profaner Kritik schützen wollen. Man beachte: Je umständlicher und unverständlicher der Text, desto größer die Absicht zu blenden.

Nagel in der WandInteressant scheinen jene Fernsehschauspieler/innen, deren Namen ich mir nicht merken kann. Sie spielen meist Allerwelt und verschiedenste Rollen. In jenem Moment, in dem ich mir ihren Namen merke, verlieren diese Schauspieler ihren Reiz und nerven nur mehr durch ihre Überpräsenz. Keine Angst ich nenne jetzt keine Namen, um die betreffenden Schauspieler/innen nicht zu entzaubern.

Nagel in der WandWiener Kulturpolitik: Fördern und nicht fordern. Schon gar nicht von den Geförderten.

Nagel in der WandWie sagte einmal ein politischer Funktionär: "Kunst ist eine Krücke." Aber was ist mit jenen, die keine Krücken brauchen...

Nagel in der WandInflationär Bücher zu verschenken (wie z.B. bei der Aktion "Eine Stadt. Ein Buch" in Wien) erhöht sicher nicht die Lesefreudigkeit, sondern funktioniert nach dem Prinzip "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft."

Nagel in der WandDer Unterschied zwischen so genannter "E-Kultur" und "U-Kultur" besteht in letzter Instanz im Zeremoniell.

Nagel in der WandEs gehört in Wien offenbar zum guten Ton zu einer Lesung mit Verspätung einzutrudeln.

Nagel in der WandIm XX. Jahrhunderte war Avantgarde gefragt. Diese Zeiten sind vorbei.

Aktuelle Beiträge

Sprüche: Dem Volk...
So genannte Volksweisheiten und Sinnsprüche spiegeln...
spruecheklopfer - 7. Nov, 17:13
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Gestern schnappte ich folgenden Dialog im Wirtshaus...
spruecheklopfer - 21. Okt, 09:19
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A: Was gibt's Neues? B: Was soll's Neues geben? A:...
spruecheklopfer - 19. Jul, 17:35
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Die hiesigen Medien veröffentlichen monatlich...
spruecheklopfer - 2. Jul, 12:03
Wer Grammatikfehler findet,...
Und wieder hat einmal der Fehlerteufel zugeschlagen...
spruecheklopfer - 21. Jun, 09:44

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Texte und Zeichnungen von Sprücheklopfer. Kontakt: Mail

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